▸ Wenn sich eine Branche wirklich austauschen will, braucht sie vor allem eines: Zeit. Zeit zum Zuhören, zum Nachfragen und zum Diskutieren. Genau diesen Raum hat das Adventure Park Meeting 2025 des Dachverbands International Adventure Park Association (IAPA e.V.) geschaffen.

Walter Siebert erklärt verschiedene Stahlseilverbindungen.

Vom 19. bis 21. November 2025 haben sich in der Jugendbildungsstätte Volkersberg über 20 Aussteller:innen sowie zahlreiche Kletterwaldbetreiber:innen, Trainer:innen und Branchenvertreter:innen getroffen. Drei Tage lang Zeit, um in einen intensiven Austausch auf Augenhöhe zu treten.

Maßgeblich organisiert und begleitet wurde das Treffen von Carolin Senn, die bei der IAPA e.V. das Marketing verantwortet und das Adventure Park Meeting federführend koordiniert. Sie kennt Konzept, Dynamik und Anspruch der Veranstaltung wie kaum jemand sonst. Für Carolin ist klar, was den Charakter dieses Treffens ausmacht:

„Auf großen Fachmessen besucht man meist kurz einen Aussteller, informiert sich und zieht weiter. Bei uns hingegen bleibt ausreichend Zeit für intensive und persönliche Gespräche.“

Manche Hersteller, wie Carsten Klünder von der Firma Tecklenborg, präsentierten ihre Produkte direkt im Hochseilgarten.

Gemeinschaft als Prinzip

Die Jugendbildungsstätte Volkersberg war der ideale Ort für den persönlichen Austausch in der Branche. Tagungshaus, Turnhalle, Hochseilgarten und Abendräume befinden sich direkt auf dem Gelände. Niemand verteilt sich nach Veranstaltungsende auf unterschiedliche Hotels. Frühstück, Vorträge, Workshops und Abendveranstaltung greifen ineinander.

Carolin beschreibt die Atmosphäre mit einem Lächeln als „so ein bisschen Studentenmensa-Feeling“, und betont gleichzeitig den Mehrwert: „Du setzt dich zu jemandem an den Tisch und kommst automatisch ins Gespräch.“ Gerade für Betreiber:innen, die im Alltag stark mit ihrem eigenen Standort beschäftigt sind, schafft diese Konstellation eine Offenheit, die in großen Messehallen kaum entsteht.

Auch im angrenzenden Hochseilgarten wurde ausgiebig diskutiert.

Was am Volkersberg spürbar geworden ist, war kein strategisch geplantes Networking, sondern eine Haltung, die diese Branche seit Jahren prägt.

Man kennt sich, man spricht miteinander, man teilt Erfahrungen. Carolin beschreibt diese Selbstverständlichkeit so: „Es ist nicht so: ‚Du bist Seilgartenbetreiber, du bist mein Konkurrent.‘ Sondern: ‚Was macht ihr besser? Was können wir uns positiv abschauen?‘“ Genau darin liegt die besondere Stärke der Seilgarten- und Hochseilgartenszene: Austausch ist kein taktisches Instrument, sondern Teil der DNA. Und das Adventure Park Meeting bietet den passenden Rahmen, damit diese Kultur sichtbar und wirksam wird.

Neben der Ausstellung und dem Walk to Talk gab es auch spannende Vorträge.

Themen, die Betreiber:innen konkret betreffen

Inhaltlich war das Programm klar auf die Realität der Parks ausgerichtet. Der Fachkräftemangel wurde ebenso diskutiert wie Digitalisierung, Arbeitsschutz und Rettungstechnik.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Parcoursbau und Systemarchitektur: ein Bereich, der für viele Betreiber:innen aktuell strategisch entscheidend ist. Mit KRISTALLTURM war einer der führenden Anbieter im Bereich Hochseilgarten- und Erlebnisanlagenbau vor Ort vertreten.

Im direkten Austausch wurde deutlich, wie stark sich die Anforderungen an moderne Anlagen verändert haben: flexible Erweiterungsmöglichkeiten, modulare Bauweisen und eine klare Besucherführung spielen heute eine ebenso große Rolle wie Sicherheitsstandards und Wartungsfreundlichkeit.

Ein Impuls, der auf besonders viel Interesse stieß, kam aus dem Bereich Marketing. Paul Kissel von ViralSpoon zeigte in seinem Vortrag „Künstliche Intelligenz für dein Social Media Management – einfach, schnell, wirkungsvoll“, wie Betreiber:innen mithilfe von KI Social-Media-Beiträge effizient erstellen, mit Bildmaterial kombinieren und automatisiert terminieren können. Gerade für kleinere Teams mit begrenzten Ressourcen eröffnen sich hier neue Möglichkeiten, Inhalte schnell und professionell umzusetzen.

Walk to Talk

Walk to Talk:
Wenn Technik im Einsatz erklärt wird

Ein besonderes Format war erneut „Walk to Talk“. In kleinen Gruppen wechselten die Teilnehmer:innen direkt in den Hochseilgarten, wo Themen wie Seilspannung, Baumbefestigung, PSA und Rettungssysteme praxisnah demonstriert wurden. Carolin bilanziert: „Die Aktion kam insgesamt super gut an, weil man hier wirklich praxisnah die Produkte testen und Nachfragen stellen konnte.“ Gerade bei sicherheitsrelevanter Ausrüstung macht dieser unmittelbare Zugang den Unterschied. Entscheidungen entstehen hier nicht auf Basis eines Prospekts, sondern aus Erfahrung.

Die Firma Fürstenberg erklärt ihr Produkt im Hochseilgarten.

Das nächste IAPA Adventure Meeting 

Dass das Treffen Wirkung zeigt, ist auch am Blick in die Zukunft erkennbar. Vom 11. bis 13. November 2026 wird die Branche erneut am Volkersberg zusammenkommen. Der neue IAPA-Vorstandsvorsitzende Thomas Gradl weist jedoch darauf hin, dass Terminfragen zunehmend komplexer werden: „Die Terminüberschneidungen vor allem unter internationaler Perspektive sind ungut und für einige von uns problematisch.“ Für 2026 sei der Termin dennoch fix: „Da lässt sich auch nichts mehr schieben.“

Der neue IAPA Vorstand bei der Arbeit:
links Thomas Gradl, Vorstandsvorsitzender und rechts Johann Zemke, stellv. Vorstand

„Für das Jahr 2027 sind wir bereits jetzt in der Planung und wägen neben Terminüberschneidungen auch Kooperationsmöglichkeiten innerhalb der Branche, wie auch zu benachbarten Branchen ab, um so viele Synergieeffekte wie möglich für unsere Mitglieder, alle Aussteller und engagierte Vortragende zu generieren.“

Die Aussteller